Mag. Michaela Neufeldt-Schoeller, Psychotherapeutin in Wien 18

Achtsamkeit – mehr Zufriedenheit oder nur ein aktuelles Geschäftsmodell?

Stressabbau, mehr Verbindung zum eigenen Inneren, zum eigenen Ich, mehr Zufriedenheit – all das sollen Achtsamkeitsübungen bewirken. Entsprechend boomt eine regelrechte Industrie, welche mit überzogenen Erwartungen mehr einem Narzissmus dient als einem stillen Weg in die innere Ruhe und eine tief erlebte Bescheidenheit.

Der amerikanische Psychologe Thomas Joiner kritisiert, dass vielfach in aktuellen „Achtsamkeitsmeditationen“ die ursprüngliche Idee einfach keinen Platz mehr hat. In Zeiten der andauernden Selbstoptimierung dient der Weg in die innere Ruhe oftmals einzig dem Zweck, nach 10 Minuten wieder weiter zu powern und „mehr leisten zu können“. Dieser Ansatz aber steht diametral zur ursprünglichen Idee, eines „weg von sich selbst“, hin zum Erkennen all dessen, was einen umgibt und entsprechend zur Relativierung der eigenen Wichtigkeit, hin zu Bescheidenheit.

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