Mag. Michaela Neufeldt-Schoeller, Psychotherapeutin in Wien 18

Psychotherapie und vergessene Traumata

Nach dem Einsatz suggestiver Techniken wie Hypnose oder Traumdeutung berichteten in den 1990er Jahren auffällig viele Patienten ihren Psychotherapeuten von Traumata, welche sie in der Kindheit erlebt hätten. Die Therapeuten folgerten, dass die erlittenen / erlebten Traumata in der Zwischenzeit von den Patienten verdrängt wurden.

Die Psychologin Elizabeth Loftus brachte allerdings mit einer Studie diese Erklärung ins Wanken: erwachsene Probanden wurden nach 4 Kindheitserinnerungen befragt, wovon eines tatsächlich gar nie stattgefunden hatte. Suggestive Fragetechniken brachten 25% der Probanden dazu, zu glauben, sie wären wirklich in einem Einkaufscenter verloren gegangen – Scheinerinnerungen!

Scheinerinnerungen können nicht von echten Erinnerungen, von echten Gedächtnisinhalten unterschieden werden. Weder sind sie detailreicher noch detailärmer, sie können sogar eine posttraumatische Belastungsstörung auslösen. In den 1990er Jahren verklagten viele Patienten in den USA ihre Psychotherapeuten mit der Anklage, diese hätten Scheinerinnerungen z.B. an sexuellen Missbrauch in der Kindheit in ihnen geweckt.

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